Emotionale Achtsamkeit im Alltag

Veranstaltungsreihe von März bis Juli 2016

Emotionen bestimmen unser Leben. „Emotionale Intelligenz“ gilt als wichtige soziale Kompetenz. Es bedeutet, Gefühle von uns selbst und anderen bewusst wahrzunehmen, anzuerkennen und konstruktiv damit umzugehen.

XiXinXing/ shutterstock.com

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Der  Reihe „Emotionale Achtsamkeit“ geht der Frage nach, wie Gefühle im Kontext von Ereignissen, Begegnungen, früheren Erfahrungen und Gedanken entstehen. An jedem der vier Abende geht es um konkrete Zusammenhänge, in denen Emotionen eine Rolle spielen:

Wie schützen wir uns in der Konsumgesellschaft vor Manipulation? Wie kann es gelingen, in Grenzsituationen besonnen zu bleiben? Was tun, wenn die Emotionen stark sind und ethische Ansprüche ins Wanken geraten? Wie können Eltern ihren Kindern einen gesunden Umgang mit Emotionen ermöglichen?

Die Eintrittsgebühr pro Abend beträgt 12 Euro, die Sie bitte an der Abendkasse zahlen. Bitte melden Sie sich trotzdem per E-Mail an, das erleichtert uns die Planung: anmeldung@ethik-heute.org

Die Veranstaltungen finden statt jeweils um 19 Uhr in den Räumen der GLS-Bank, Düsternstraße 10 in Hamburg, S-Bahn Stadthausbrücke

Flyer zur Veranstaltung

 

Gefühle steuern, ethisch leben

Vivian Dittmar, 10. Mai 2016 um 19 Uhr

Axel Hebenstreit

Axel Hebenstreit

Jeder kennt das: Irgendetwas passiert, oft nur eine Kleinigkeit, und die innere Steuerung ist dahin. Alle guten Vorsätze, ein netter, kooperativer und höflicher Mitmensch zu sein, entschwinden und oft erkennen wir uns selbst nicht mehr. Wo gerade noch souveräne Gelassenheit war, ist plötzlich Taubheit, Aggression, Resignation oder das unerklärliche Bedürfnis, ganz weit weg zu sein.

Die Autorin und Referentin Vivian Dittmar sieht in dieser Form der emotionalen Aktivierung einer der häufigsten Gründe für menschliches Fehlverhalten. Wir sagen Dinge, die wir nicht meinen, wir sind lieblos zu unseren Kindern, und wir blockieren Projekte, die eigentlich eine gute Sache sind. Auch viele Straftaten passieren in emotionalen Ausnahmezuständen.

Dittmar ist der Überzeugung, dass Gefühle und Emotionen durchaus steuerbar sind. Anders als gemeinhin angenommen handelt es sich nämlich nicht um irrationale Empfindungswallungen, die irgendwo in den tiefen unseres Unterbewusstseins ihren Ursprung haben. Gefühle werden erzeugt und zwar von uns.

In Ihrem Vortrag geht Vivian Dittmar auf den wichtigen Unterschied zwischen Gefühl und Emotion ein, gibt eine Kurzeinführung in die Entstehung von beidem und stellt den Gefühlskompass vor. Außerdem gibt sie praktische Tipps, wie wir intelligent mit emotionaler Aktivierung umgehen können, damit es uns häufiger gelingt, der Mensch zu sein, der wir sein möchten.

Vivian Dittmar ist Trainerin für emotionale und soziale Kompetenz, sowie Autorin mehrerer Bucherfolge, unter anderem “Gefühle & Emotionen — Eine Gebrauchsanweisung: Wie emotionale Intelligenz entsteht”. Sie ist Mutter zweier Kinder und gründete 2009 die Be the Change Stiftung für kulturellen Wandel.

Emotionen und Familie

Wie Kinder den gesunden Umgang mit Emotionen lernen

Christoph Hatlapa, 14. Juni 2016 um 19 Uhr

Christoph Hatlapa mit KindKinder sind für mich Botschafter der Liebe. Sie sind Ausdruck der vielen Wunder des Lebens. Sie sind liebende Gäste in unserem Leben, die wir eine Zeit lang begleiten dürfen. Ihre emotionale Entwicklung wird maßgeblich davon beeinflusst, wie wir unsere Kinder in unserer Welt empfangen, welche emotionale Geborgenheit wir ihnen bieten können. Wie können wir angemessen den emotionalen Reichtum erwidern, den unsere Kinder uns wieder und wieder anbieten? Und wie verhindern wir, dass er in einer Welt des Funktionierenmüssens untergeht?

Die Kinder unserer Tage begegnen von Anfang an großen Herausforderungen: gestressten Eltern, spannungsreiche Familienkonstellationen, Bildungssysteme, die einseitig von kognitiven Leistungserwartungen geprägt sind. Rangklärung und Erziehung zum Rechthaber statt emotionaler Herzensbildung sind für sie Alltag. Hinzu kommt die Abhängigkeit von Smartphone, Tablett, Computer usw..

Wenn wir als Eltern unter diesen Bedingungen die emotionale Entwicklung unserer Kinder fördern wollen, dann brauchen wir die Bereitschaft, unseren Kindern partnerschaftlich und auf Augenhöhe zu begegnen und sie gleichzeitig in ihrer Zartheit und Kraft wahrzunehmen. Kinder brauchen Vertrauen und Verbindung zu unserer menschlichen Seite. Wie wir durch eine wertschätzende Sprache und Haltung zur emotionalen Entwicklung unserer Kinder beitragen können, darum geht es in diesem Vortrag.

Christoph Hatlapa ist anerkannter Mediator und Ausbilder in Mediation sowie Trainer in Gewaltfreier Kommunikation. Nach 16 Jahren Tätigkeit als Rechtsanwalt engagiert er sich seit 1990 für die Ausübung und Verbreitung von Mediation. Mitbegründer der Schule für Verständigung und Mediation im Lebensgarten Steyerberg e.V., Gründungsmiglied des Bundesverbands Mediation (BM) und des Zentrums Gewaltfreie Kommunikation Steyerberg e.V. Sein Engagement für die Gewaltfreie Kommunikation gründet sich auch in seiner Zen-Praxis und Lehre