4. Modul

Neu sehen – Freiheit und Verbundenheit in vernetzter Welt

Termine: 16./17. September 2017, 14./15. Oktober 2017, 18./19. November 2017, 13./14. Januar 2018

Weise Menschen verstehen sich selbst und andere auf einer tieferen Ebene. Weisheit schließt Selbsterkenntnis und Selbstfürsorge ebenso ein wie das Mitgefühl für andere. Im 4. Modul geht es darum, die beiden Pole unseres Lebens – Freiheit und Verbundenheit – zu integrieren, denn sie sind wesentlich für ein erfülltes Leben.

 

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Am 1. Wochenende gehen wir der Frage nach: Was ist das Ich? Mit Hilfe der philosophischen Subjekttheorie hinterfragen wir die Vorstellung eines autarken „Ich“ oder „Selbst“ und sehen, wie tief wir im Miteinander verankert sind.

 

In der Meditation und Reflexion können wir die Vielfältigkeit unserer Selbstverhältnisse einsehen und deren kulturelle und biographische Prägung. Diese Bewusstmachung wirkt befreiend – allerdings dürfen wir dabei nicht unsere Mit-Menschlichkeit vergessen. Die östliche und die westliche Philosophie zeigen, dass unsere innersten Impulse sowohl dem eigenen Wohlergehen als auch dem anderer dienen – und dass wir erst im weisen Umgang damit ganz als freie Wesen handeln.

Die Teilnehmer werden durch lebendige Impulsvorträge, Gespräche, Übungen und Meditationen dazu angeregt, die neue Sichtweise zu verinnerlichen und mit ihren eigenen Erfahrungen zu verknüpfen.

Annäherung an Weisheit

Das 2. Wochenende ist dem Thema Beziehungen und Kommunikation gewidmet. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, sagt Martin Buber. Im Mittelpunkt des Wochenendes stehen achtsame Dialoge. Im Dialog geht es nicht um das Ich und seine Standpunkte, sondern darum, die Verbindung mit dem Gegenüber trotz aller Verschiedenheit in den Meinungen und Wahrnehmungen nicht zu verlieren.

Diese Qualität des Dialogs wollen wir an diesem Wochenende kultivieren. Mit Perspektivwechseln und anderen Methoden werden wir üben, im Gespräch unsere Beziehungsfähigkeit zu stärken und unser natürliches Weisheitspotenzial zu entfalten.

Weisheit ist auch die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen zu meistern. Thema des 3. Wochenendes ist, wie wir lernen, weise mit Leiden, Schwierigkeiten und Scheitern umzugehen.

Leiden ist Teil des menschlichen Lebens und ein Aspekt unseres Verwobenseins mit der Welt; es stellt unsere Selbstbestimmung und Autonomie in Frage.  Wie können wir mit den Herausforderungen so umgehen, dass nicht noch mehr Leiden für uns und andere entsteht?

Die Teilnehmer erforschen ihre gängigen Bewältigungsstrategien sowie Sichtweisen und Gewohnheitsmuster, die Leiden verstärken. Sie erkunden andere Wege und Wahrnehmungsweisen, damit umzugehen und vielleicht auch zu sehen: Welche Botschaft steckt im Schmerz? Dazu werden auch Meditationen vermittelt.

Das Abschlusswochenende ist eine Synthese: Was habe ich im Weisheitstraining über mich gelernt? Wie kann ich die geweckte Weisheit in das Alltagsleben einbringen und ein erfülltes Leben führen?

Die Basis für das 4. Modul ist die Praxis der Achtsamkeit. Voraussetzungen: Teilnehmer sollten über Erfahrungen mit der Achtsamkeitspraxis verfügen.

Die Referentinnen und Referenten

 

Dr. Heidemarie Bennent-Vahle betreibt eine Philosophische Praxis. Neben einer intensiven Lehr- und Vortragstätigkeit veröffentlichte sie in den letzten Jahren die Bücher „Glück kommt von Denken – Die Kunst das eigene Leben in die Hand zu nehmen“ (Herder-Verlag 2011) sowie „Mit Gefühl Denken – Einblicke in die Philosophie der Emotionen“ (Alber-Verlag 2013).

Antje Boijens ist seit1996 selbständig als Leadership-Traininer, Moderatorin und Coach. Schwerpunkte: Dialog- und Teamentwicklung, Konfliktmanagement, interkulturelle Kompetenz. Zen-Meditation seit 1989, u.a. bei Willigis Jäger. Seit 2012 aktiv in der Tradition von Thich Nhat Hanh.
Dr. Nicolas Dierks, Jg. 1973, ist promovierter Philosoph und Autor, zuletzt erschien von ihm der SPIEGEL-Bestseller Was tue ich hier eigentlich? (Rowohlt 2014). Er gibt an der Leuphana Universität Lüneburg Seminare in Wissenschaftstheorie, berät Unternehmen zum Thema Innovation und vermittelt Philosophie mit Leidenschaft und Humor. www.nicolas-dierks.de
Der Dalai Lama in Hamburg 2007 Jürgen Manshardt, buddhistischer Meditationslehrer, Seminarleiter und Tibetisch-Dolmetscher. Er arbeitet auch als integraler Gestalttherapeut. Seit 2010 leitet er das Child Care Project in einem Ausbildungsinternat für tibetische Flüchtlinge in Indien. Hier verbindet er westliche Ansätze und buddhistische Methoden. Er ist im Netzwerk mitverantwortlich für die Konzeption des Weisheitstrainings.

Foto: Meike Gronau

Christiane Peltzer, Ärztin für Psychotherapeutische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie; tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. 30 Jahre Meditationspraxis bei Swami Shyam, Indien, und Ulrich Hennigs (Gandhi), Hamburg; langjährige Leitungserfahrung u.a. als Chefärztin der Fachklinik Heiligenfeld, niedergelassen in eigener Praxis in Drage bei Hamburg
spitz-20110728-1035-cs-2-web Christof Spitz, Lehrer für buddhistische Philosophie und Meditation und Tibetisch-Dolmetscher, u.a. für den Dalai Lama. Mitherausgeber des Buches „Achtsamkeit – ein buddhistisches Konzept erobert die Wissenschaft“, Hans-Huber Verlag 2012. Er ist Mitbegründer des Netzwerks Ethik heute und hier mitverantwortlich für die Konzeption des Weisheitstrainings.