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Fördert Achtsamkeit nachhaltigen Konsum?

Erste wissenschaftliche Studie in Deutschland

Wissenschaftler der Technischen Universität erforschen, ob Achtsamkeitstraining das Konsumverhalten langfristig verändern kann. Die Ergebnisse der Studie, die vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung unterstützt wird, werden Mitte Februar in Berlin präsentiert.

 

 

Achtsamkeit ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Sie wird gepriesen als Weg zu Gesundheit und persönlichem Wohlbefinden und hält Einzug in Unternehmen, Schulen und andere Bildungsinstitutionen. Doch hat Achtsamkeit auch das Potenzial, das individuelle Konsumverhalten zu beeinflussen und die Menschen zu nachhaltigem Verhalten anzuregen?

Diese Fragen haben sich Wissenschaftler an der Technischen Universität (TU) in Berlin gestellt. 2014 haben sie das Programm „Bildung für nachhaltigen Konsum durch Achtsamkeitstraining“ (BINKA) entwickelt: ein spezielles Achtsamkeitstraining, das darauf abzielt, ethische Werte zu stärken und zu achtsamem Konsumverhalten anzuregen.

Das Dilemma: Zwar mangelt es uns in der Regel nicht an Wissen, wie Klimawandel und Umweltzerstörung mit unserem Lebensstil zusammenhängen. Doch wider besseres Wissen setzen wir das, was wir gelernt haben, häufig nicht ins Handeln um. Wir leben weiter wie bisher, unbeeindruckt von dem, was wir tagtäglich hören und lesen. Ganz so, als hätten die Geschehnisse mit unserem Konsumverhalten nichts zu tun.

Absicht von Prof. Dr. Ulf Schrader, Projektleiter von BINKA aus dem Fachgebiet Arbeitslehre/ Ökonomie und Nachhaltiger Konsum der TU Berlin, war es, herausfinden, ob ein gezieltes Achtsamkeitstraining helfen könne, einen Wandel im Verhalten herbeizuführen und die Lücke zwischen Umweltbewusstsein und Handeln zu schließen.

Über drei Jahre lang hat er mit seinem Team verschiedene Gruppen begleitet, die das achtwöchige Training durchlaufen haben, und sowohl die kurzfristigen als auch die langfristigen Wirkungen erforscht.

Am 16. Februar 2018 werden die Ergebnisse der Studie auf einer Tageskonferenz in Berlin vorgestellt und mit Experten aus verschiedenen Fachrichtungen diskutiert. Mit dabei sind der Umweltpsychologe Prof. Dr. Marcel Hunnecke und die Therapeutin und MBSR-Lehrerin Dr. Martina Aßmann vom Netzwerk Ethik heute.

Ein Höhepunkt des Tages wird das aufgezeichnete Skype-Gespräch zum Thema „Mindfulness and Sustainable Consumption“ zwischen dem MBSR-Begründer Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn und Senior Berater des Projektes Dr. Paul Grossman sein.

BINKA wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 835.000 Euro gefördert. Seit die Vereinten Nationen 2005 bis 2014 die Dekade „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen haben, werden Initiativen unterstützt, die Nachhaltigkeit im Bildungssystem verankern wollen.

Welche Rolle die Achtsamkeit hier spielen kann, gehört zu den neuen Forschungsfeldern. Es liegt nahe, davon auszugehen, dass Werte sich verändern, wenn Menschen achtsam leben. Aber schlägt sich dies auch in ihrem Konsumverhalten nieder? Die Ergebnisse des Projekts werden am 16. Februar in Berlin präsentiert.

Birgit Stratmann

Zum Programm der Konferenz

Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldung erforderlich

 

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