Kinofilm: Future Council
Kinder und Jugendliche sind von wichtigen Zukunftsentscheidungen ausgeschlossen. Der Film Future Council begleitet acht Kinder auf einem Roadtrip, in dem sie Aktivistinnen und Unternehmer treffen, um über Lösungen für die ökologische Krise sprechen. Die Kinder lernen, sich einzumischen und mitzuwirken.
Mit den Fridays For Future gab es mal eine große Jugendbewegung für den Klimaschutz. Doch was ist davon im politischen Diskurs geblieben? Erinnerungen an bunte Demos und unbequeme Fragen. Es ist schon erstaunlich, mit welcher Beharrlichkeit wir als Gesellschaft das Engagement und den Einsatz junger Menschen verschwenden.
Damit sich hier etwas ändert, zeigt der Regisseur und Umweltaktivist Damon Gameau in seinem Film „Future Council“ (ab Juni 2026), wie man junge Menschen mehr in politische Entscheidungen einbinden und ihnen überhaupt Gehör verschaffen kann.
Dafür versammelte er acht junge Menschen aus Bali, Wales, Australien, Uganda, Schottland, Niederlande, Singapur und von den Norforkinseln. Sie wurden aus tausend Bewerbern ausgewählt. In ihren Ländern haben sie sich durch Projekte wie Recycling, Plastiksammeln, Musik oder Fotografie mit der Zerstörung der Natur beschäftigt.
Für den Film gehen sie gemeinsam auf eine Bildungsreise der anderen Art. Sie beginnt im Wald, wo sie sich zum ersten Mal im Kreis zusammensetzen und einen Zukunftsrat (Future Council) abhalten. Dieses Gesprächsformat wird den Film begleiten.
Bei ihrem ersten Treffen sprechen sie darüber, was wir als Menschen von den Wäldern lernen können, etwa dass alles Lebendige sich in Kreisläufen entfaltet und nicht im linearen Wachstum. Wie wir unsere Lebensweise, die auf grenzenloses Wachstum ausgerichtet ist, verändern können, ist das Leitthema des Films. Spielerisch visualisiert wird das entfesselte Wachstum mit dem „Groth“, einem eigentlich hilfreichen Wesen, das außer Kontrolle geraten ist und nun unsere Lebensgrundlagen bedroht.
Wenn bei Entscheidungen die Natur eine Stimme bekommt
Um der Frage nachzugehen, wie man „Groth“ zähmen kann, brechen die jungen Menschen gemeinsam auf. In einem gelben Bus, der mit Biodiesel betrieben wird, und den die Kinder „Bumble Bus“ nennen. Damit fahren sie durch Belgien, die Niederlande, Frankreich, die Schweiz und treffen Aktivistinnen, Öko-Pioniere, Führende großer Unternehmen wie Nestle, ING Diba oder Decathlon.

Jedes Treffen wird zu einem Zukunftsrat. Sie erfahren, wie es ein Unternehmen verändert, wenn die Natur eine Stimme bei allen Entscheidungen erhält, oder was lebendigen Boden von den Äckern der Monokultur unterscheidet. Sie konfrontieren Firmen mit ihrem Festhalten an Plastikverpackungen oder der Finanzierung von fossiler Energie.
Auch wenn sie manchmal auf Widerstand stoßen oder von der Uneinsichtigkeit der Unternehmensleitungen frustriert sind, wird ihnen dennoch zugehört, und die Kamera fängt all das ein. Sie lernen, dass sie ihre Anliegen in einer Weise einbringen können, damit ein Gespräch möglich wird.
Wir sehen im Film auch, wie die jungen Menschen ihre Gefühle der Trauer und Verzweiflung ernst nehmen und einander davon erzählen, aber auch die unbeschwerte Freude und das spielerische Entdecken nicht vergessen.
Sie erfahren Selbstwirksamkeit. Und Gemeinschaft. Immer mehr wachsen die acht Kinder zusammen. Und sie erleben, dass ihr Mentor und Busfahrer Damon und die Menschen, denen sie begegnen, auch von ihnen lernen wollen.
Am Ende organisieren sie mit anderen Jugendlichen überall auf der Welt selbst einen Zukunftsrat und beraten die Sportbekleidungskette Decathlon zu nachhaltigen Veränderungen.
Dieses Engagement geht nach dem Film weiter, der eine Initialzündung für die weltweite Vernetzung von Kindern und Jugendlichen sein will. Tatsächlich haben einige der Unternehmen zugestimmt, bei der Entscheidungsfindung junge Menschen im Sinne eines Zukunftsrates miteinzubeziehen.
Die Bildsprache des Films ist manchmal etwas übertrieben emotional und bemüht inspirierend, aber die Authentizität der Kinder berührt. In ihrer Frische und Direktheit halten sie uns als Erwachsene einen Spiegel vor, in dem wir unser Handeln neu betrachten können.
Sie entdecken in der Unterschiedlichkeit ihrer Nationalitäten und Interessen die gemeinsame Liebe für die Erde, die sie verbindet. Und sie zeigen uns, dass sie mit ihrer Inspiration und ihren Ideen einen echten Beitrag dazu leisten können und wollen, dass unsere Welt auch in Zukunft lebenswert bleibt.
Mike Kauschke
Kinostart Future Council: 4. Juni 2026
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