Online-Magazin für Ethik und Achtsamkeit

Achtsamkeit

Der Begriff Achtsamkeit wird je nach Kontext unterschiedlich definiert. In diesem Zusammenhang verstehen wir Achtsamkeit als eine bewusst ausgerichtete Aufmerksamkeit oder eine aufmerksame Haltung. Diese Fähigkeit hilft, uns innerlich zu sammeln, weil sinnliche Eindrücke, Fühlen und Denken in jeden Moment bewusst wahrgenommen werden, ohne das Wahrgenommene zu bewerten.

Diese Art der Achtsamkeit wird zunächst in Bezug auf die eigene Person geübt. Sie kann auch auf das Gegenüber und Beziehungen ausgeweitet werden und wird dadurch ein wesentliches Element von sozialer Kompetenz.

Was kann Achtsamkeit in der Schule bewirken?

Achtsamkeit hilft erwiesenermaßen sowohl den Lehrenden als auch den Lernenden bei der Selbstregulation und der Selbstfürsorge.

Sie kann dazu beitragen, sich selbst tiefer zu verstehen und sich weniger zu distanzieren und abzugrenzen. Dadurch entsteht Resonanz und ein verbundenes Miteinandersein.

Information zu den Achtsamkeitsübungen

Wir haben für jede Unterrichtseinheit von Nachbarschaft Welt bestimmte Achtsamkeitsübungen vorgeschlagen, die nach Bedarf  wiederholt werden können.

Die Übungen sind einfach und wirkungsvoll. Es ist wichtig, sie – soweit sie nicht als Gruppenübung konzipiert sind – vorher alleine auszuprobieren.

Es gibt immer wieder ein paar Schüler*innen, die Schwierigkeiten haben, sich auf diese Übungen einzulassen und gar nicht mitmachen. Solange sie die anderen nicht an der Teilnahme hindern, ist das in Ordnung.

Wichtig ist nach der Übung durch circa drei freiwillige Wortmeldungen allen die Gelegenheit zu bieten, ihre Erfahrungen bewusst zu machen, sprachlich auszudrücken und miteinander zu teilen.

Dieser Austausch ist elementar für die Bewusstwerdung. Dadurch werden andere Schüler*innen angeregt. Unklarheiten können bereinigt, Schwierigkeiten behoben und Fragen beantwortet werden.

Die Achtsamkeitsübungen helfen bei regelmäßiger Praxis, dass sich ruhige Wachheit und Präsenz erhöhen und das Lernen erleichtert wird.

SIMULATION

Simulation oder ‚so tun als ob‘ wird im Projekt Nachbarschaft Welt auf unterschiedliche Weise praktiziert.

Im Wesentlichen üben die Schüler*innen sich in der Vorstellung, ein Kind in einem anderen Land zu sein. Die konkreten Inhalte dafür erhalten sie durch Info-Karten und fachspezifische Unterrichtsinhalte

Diese Art der Simulation stärkt nicht nur die Motivation, Informationen aufzunehmen und zu verstehen, sondern bewirkt in der Regel Betroffenheit, Empathie und Mitgefühl mit Kindern in der Welt.

Insofern ist die Simulation eine gute Hinführung zu einem virtuellen und dann tatsächlichen Schüler*innenaustausch. Horizonterweiterung und Perspektivwechsel, aber auch Empathie und Mitgefühl werden vermittelt und geübt.

Wie wir Simulation praktiziert?

Wir üben Simulation auf verschiedene Arten: Vorstellungsübungen, Rollenspiele, Dialoge und Präsentationen mit unterschiedlichen Inhalten. Es gibt verschiedene Vorstellungsübungen mit unterschiedlichen Zielen und Inhalten.

In den Verwandlungsübungen zu Beginn des Unterrichts geht es um einen bewussten Perspektivwechsel. Während die Kinder ihr Namensschild überziehen stellen sie sich je nach Anleitung ihr Leben in dem anderen Land vor.

Es spielt dabei keine Rolle, dass dieser Perspektivwechsel nicht der Wirklichkeit entsprechen kann. Es geht um die Intention und den Versuch. Er wird im weiteren Verlauf des Projekts bis zu dem Zeitpunkt des virtuellen und tatsächlichen Schüler*innenaustausches besser gelingen und zu mehr Offenheit und Resonanz und einem besseren Kontakt beitragen.

Es gibt unterschiedliche Arten von Rollenspielen im Projekt. So können die Kinder z.B. im Fach Deutsch Szenen aus Jugendromanen oder von Legenden im Fach Religionen nachspielen. Mit Rollenspielen können auch  alltägliche Begebenheiten und Stereotypen bewusst gemacht werden  wie z.B. beim Rassismus oder um neue Lösungswege auszuprobieren wie z.B. bei der Verteilung des Reichtums in den Ländern. 

Erfahrungsgemäß erleichtert und schützt die Übernahme von Rollen, sich in andere Menschen und Lebenssituationen hineinzuversetzen, weil die Rolle auch wieder verlassen werden kann. Das unterstützt und fördert auch die gemeinsamen Reflexionen.

Das Besondere in den Dialogen und Präsentationen ist, dass die Schüler*innen in der Ichform sprechen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten stellt sich meistens ein interessanter Effekt ein. Sie können leichter und freier sprechen. Wir erklären uns das so, dass es um sie selber und nicht um die Darstellung eines ‚fremden‘ Sachverhaltes geht.

DIALOG

Im Dialog wird eine offene und wertschätzende Haltung zu den anderen Gesprächsmitgliedern praktiziert.

Das Setting strukturiert diesen Prozess. Alle sitzen im Kreis um ein thematisch gestaltetes Zentrum. Alle im Kreis sind gleichwertig. Der Kreis ist ein Ganzes. In der Mitte liegt ein Sprechstein, der geholt und zurückgebracht werden muß. Durch jeden Beitrag gestaltet sich das Ganze.

Es geht darum, miteinander und nicht gegeneinander zu denken.

Wozu verhilft das Dialogtraining?

Im Dialogtraining werden vor allem Respekt, Zuhören, vom Herzen sprechen und Akzeptanz von Unterschiedlichkeit und Vielfalt geübt.

Die Schüler*innen nehmen bewusst wahr, wie sie sich verhalten und wie sich das Verhalten des Gegenübers auf sie auswirkt, z. B. wie wohltuend es ist, wenn jemand ihnen zuhört.

Zu Beginn ist die Beteiligung im Dialogkreis erfahrungsgemäß eher vorsichtig und zurückhaltend. Wird der Dialog regelmäßig geübt, beteiligen sich auch die Schüler*innen, die sich im regulären Unterricht eher selten äußern. Insgesamt stärkt das Dialogtraining das Selbstbewusstsein und kommunikative und interkulturelle Kompetenzen.