Ein Vortrag von Hartmut Rosa

Der bekannte Soziologe Professor Hartmut Rosa kritisiert die Achtsamkeitsbewegung als esoterisch, kommerziell und unpolitisch. In seinem Vortrag stellt er das Thema in einen gesellschaftspolitischen Kontext und setzt sich in sechs Thesen mit der Achtsamkeit auseinander.

 

Professor Hartmut Rosa hielt den Vortrag am 27. Oktober 2016 auf Einladung des Netzwerks Ethik heute in Kooperation mit dem Numata-Zentrum für Buddhismuskunde der Universität Hamburg.

Am Anfang steht die Analyse: Die moderne Gesellschaft steuere auf ein kollektives Burn-out zu. Die Beschleunigung unseres Lebens, so Rosa, bringe keinen Zeitgewinn, sondern weitere Zeitnot. Menschen hielten nach immer neuen Konsumgütern und Optionen Ausschau, hätten aber keine Erfahrung von Resonanz und Lebendigkeit mehr.

Doch was könnten Alternativen sein? Wie lässt sich Entfremdung überwinden? Mit Blick auf diese sozialphilosophische Zeitdiagnose versucht Rosa im zweiten Teil des Vortrags, das Resonanzkonzept als eine mögliche Grundlage und einen Kompass für ein besseres Leben anzubieten.

In sechs Thesen setzt er sich dann mit der Achtsamkeitsbewegung auseinander und kritisiert sie scharf.

 

 

Foto: Christof Spitz

Foto: Christof Spitz

Hartmut Rosa ist seit 2005 Professor für Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und seit 2013 Direktor des Max-Weber-Kollegs an der Universität Erfurt. Wichtigste Veröffentlichungen: Beschleunigung. Die Veränderungen der Zeitstrukturen in der Moderne (Frankfurt/M. 2005); Soziologische Theorien (mit David Strecker und Andrea Kottmann, Konstanz 2007); Resonanz. Eine Soziologie der Weltbeziehung (Berlin 2016)