Foto: veleknez/ Shutterstock
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Gerade in ländlichen Regionen Afrikas können viele Frauen nicht lesen und schreiben.

Afrikas Frauen eine Stimme geben

Elf Frauen, die Gewalt erlitten, haben ihre Geschichte aufgeschrieben

Elf Frauen, die nach Gewalterfahrungen „Nein“ gesagt haben und den Weg zurück in ein würdiges Leben fanden, haben ihre Geschichten aufgeschrieben: offen, ehrlich, ohne zu übertreiben und ohne schönzufärben.

Diesen Frauen in Südafrika eine Stimme zu geben – das war das Ziel des Projekts „Rising Up – Moving On. Women Writing our Lives“. Initiiert hat es die afrikanische Frauenorganisation Nisaa mit Unterstützung von Oxfam und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Die Frauen haben im geschützten Rahmen und mit psychologischer Unterstützung in Workshops ihre Geschichte geschrieben, denn durch die Auseinandersetzung sind viele Schmerzen und Leiden wieder hochgespült worden. Alle elf Frauen sind von den Männern, sie sie liebten, missbraucht und gedemütigt worden.

Das Projekt war eine Reise zu sich selbst, wie Cindy in ihrer Geschichte „Love is blossoming“ (Die Liebe blüht) es ausdrückt. Zubeda Dangor, die Geschäftsführerin von Nisaa, formuliert: „Das Schreiben ermöglicht eine tiefe Innenschau und kann somit einen längeren und tieferen Prozess des Wandels in Gang setzen.“

„Es gibt ein Leben nach dem Missbrauch“

Die Geschichten der Frauen sind berührend zu lesen. Wer weiß bei uns schon, wie es Frauen geht, die nicht lesen und schreiben können, die kein eigenes Einkommen haben und für ihren Lebensunterhalt von Männern abhängig sind?

Wer hat eine Ahnung, was es heißt, sich in seinem eigenen Haus nicht sicher zu fühlen und mit einem Mann zu leben, der gewalttätig ist? Wer kann ermessen, was es für eine Mutter bedeutet, mit ihren Kindern eine solche Situation zu verlassen, ganz auf sich gestellt, ohne ein Dach über dem Kopf zu haben?

Wer die Geschichten liest und den Schmerz an sich heranlässt, kann sich voller Mitgefühl mit den Frauen verbinden. Und er kann auch die ungeheure Kraft spüren, die in ihnen steckt, denn ihre Botschaft ist: Es gibt immer einen Ausweg, und jeder Mensch hat das Potenzial, sich aus leidvollen Situationen zu befreien.

„Das Schreiben heilte mich und half mir, Dinge anders zu sehen“, schreibt Fikile Krollis, Autorin der Geschichte „I did not drown, I survived“ („Ich bin nicht ertrunken, ich habe überlebt“). „Bisher habe ich immer nur versucht, anderen Menschen zuliebe Dinge zu tun. Jetzt ist es an der Zeit, eigene Entscheidungen zu treffen, “ beschreibt die Afrikanerin ihren neuen Mut.

Und diese Erfahrung eint die Frauen, die ihre Geschichte aufgeschrieben haben: „Es gibt ein Leben nach dem Missbrauch“ so Umme-Muhammed. Alle hatten die Erkenntnis, dass das Leben anders sein kann.

Bildung ist der Schlüssel für ein selbstbestimmtes Leben

Die elf Frauen stehen stellvertretend für viele Frauen in Südafrika und vielleicht sogar für Frauen weltweit. Und sie sind sogar noch privilegiert,da sie lesen und schreiben können. Rund 500 Millionen Frauen auf der ganzen Welt sind laut UNESCO-Weltbildungsbericht Analphabetinnen. Sie sind arm, können nur begrenzt über ihr Leben bestimmen und haben kaum Mitspracherecht in Politik und Gesellschaft.

Birgit Stratmann

Die Organisation Oxfam unterstützt Frauen in armen Ländern, zum Beispiel Fraueninitiativen und Verbände in Südafrika, die sich für die Rechte von Frauen, für Bildung und soziale Verbesserungen engagieren: http://www.oxfam.de/projekte/suedafrika/frauenrechte

Die Frauenorganisation Nisaa hat die elf Geschichten der Frauen (in englisch) veröffentlicht in der Broschüre „Rising Up – Moving On. Women Writing our Lives“:

http://www.nisaa.org.za/publications/rising-up-moving-on-women-writing-our-lives/

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