Hudasch
privat

Interview: Die atemlose Gesellschaft

Ablenkung und Dauerentertainment machen uns süchtig und krank. „Das Bedürfnis der Gesellschaft nach Ruhe und Stille wächst“, so Günter Hudasch,  Vorsitzender des MBSR-MBCT-Achtsamkeitsverbandes im Audio-Interview.

Beim Achtsamkeitsboom sei kein Ende in Sicht. „Achtsamkeitstraining zur Stressreduktion war vor zehn Jahren noch etwas für Insider. Heute ist es für viele Menschen Teil des Alltags“, sagt Günter Hudasch, Verbandschef des Achtsamkeitsverbandes MBSR-MBCT. So meditierte etwa der berühmte Achtsamkeitslehrer Jon Kabat Zinn im Januar dieses Jahres sogar mit Managern auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Auf der MBSR-Konferenz zum 10-jährigen Bestehen des Verbandes im November 2015 in Hamburg sprach sich Hudasch entschieden gegen eine Kommerzialisierung von Meditation aus. Den Verdacht, dass es bei Achtsamkeitstraining für Unternehmen nur um Selbstoptimierung und Leistungssteigerung gehe, könne er nicht bestätigen. In Firmen erlebe er das ganze Leiden, etwa wenn mit Beta-Blockern und Schlaftabletten gegen den Stress angekämpft werde. Achtsamkeit sei eine große Hilfe, Menschen mit Mitgefühl zu unterstützen.

Hudasch hatte in Hamburg ebenfalls ein Treffen der Achtsamkeits-Ausbildungsinstitute organisiert. Ethik sei ein großes Thema, und die ethischen Leitlinien und Qualifizierungsstandards für die derzeit rund 600 vom Verband zertifizierten Achtsamkeitslehrer seien streng. Über Ausbildungsstandards und seine Zukunftsvision hören Sie mehr im  Audio-Interview mit Michaela Doepke.

 

Günter Hudasch ist Vorsitzender des Berufsverbandes der MBSR und MBCT Lehrer in Deutschland. Seit 2004 MBSR-Lehrer und Achtsamkeitstrainer, Die MBSR-Lehrerausbildung erhielt er bei Linda Lehrhaupt, Jon Kabat-Zinn und Saki Santorelli. Seit 2003 ist er Organisationsberater und Coach in der Julia Augustin Managementberatung Berlin.
Mehr: www.mbsr-verband.de; www.achtsamkeitstraining.com

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