Vortrag: Über die Käuflichkeit von Moral

Xan/ shutterstock.com
Xan/ shutterstock.com

Können wir durch Einkaufen moralisch handeln? Die Firmen verknüpfen Marketing heute mit ethischen Werten, sagt Kulturwissenschaftler Wolfgang Ullrich. Machen wir damit die Welt besser oder beruhigen wir nur unser Gewissen?

 

Können wir durch „richtiges Einkaufen“ die Welt verändern, wie Firmen in ihrem Marketing oft suggerieren? Dazu sprach Kulturwissenschaftler Dr. Wolfang Ullrich am 19. April 2017.

Der Abend fand im Rahmen der Vortragsreihe „Konsum – zwischen Lust und Verantwortung“ statt, den das Netzwerk Ethik heute in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg und dem UmweltHaus am Schüberg veranstaltete.

Seit einigen Jahren beobachtet Ullrich im Marketing die Tendenz, ethische Versprechen mit den Produkten zu verknüpfen: das Deo mit dem „Peace“-Zeichen, Turnschuhe, die „gutes Karma“ machen, Tee, der „Reinheit“ und „Harmonie“ stiften soll.

Wir kaufen also nicht nur Gebrauchsartikel, sondern, oft unbewusst, auch Werte mit. Dies könnte bedeuten, dass die Firmen mehr Rücksicht auf soziale und ökologische Belange nehmen. Oder ist es die perfekte Manipulation: Man suggeriert den Kundinnen und Kunden ein gutes Gewissen, damit alles beim Alten bleiben kann.

Hier geht es zur Audiodatei:

 

 

preview-lightbox-Wolfgang-Ullrich071A9918-webWolfgang Ullrich ist Kulturwissenschaftler und freier Autor. Er forscht und publiziert zur Geschichte und Kritik des Kunstbegriffs, bildsoziologische Themen und Konsumtheorie. Er lebt in Leipzig. Mehr unter www.ideenfreiheit.de

 

Lesen Sie auch den Beitrag des Autors auf Ethik heute “Die Beschwörung des gesunden Lebens. Wie politisch ist Ernährung?”

 

 

 

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Kommentare
Inline Feedbacks
Alle Kommentare

Aktuelle Termine

Online Abende

rund um spannende ethische Themen
mit Referenten aus verschiedenen Disziplinen
Ca. 1 Mal pro Monat, kostenlos

Auch interessant

Foto: Joachim E. Röttgers

“Wir brauchen utopische Freiräume”

Interview mit dem Aktivisten Tobi Rosswog Tobi Rosswog engagiert sich für eine Gesellschaft abseits von Geld- und Wachstumslogik auf der Basis eines neuen Miteinanders: Kooperation und "radikaler Liebe".
Seb_ra/ iStock

Funkstille in der Familie

Chance für einen Neuanfang Wir haben die Erwartung, in einer perfekten Familie zu leben. Doch die Realität sieht oft anders aus. Manchmal bricht sogar der Kontakt vollständig ab. Das kann aber auch positive Seiten haben. Es kann gut sein, sich aus negativen Beziehungen zu lösen und neu anzufangen.

Newsletter abonnieren

Sie erhalten Anregungen für die innere Entwicklung und gesellschaftliches Engagement. Wir informieren Sie auch über Veranstaltungen des Netzwerkes Ethik heute. Ca. 1 bis 2 Mal pro Monat.

Neueste Artikel

Joris Visser/ Unsplash

„KI zeigt, dass Menschen unersetzlich sind“

Chat GPT und Co. aus philosophischer Sicht Manchmal, wenn wir Chat GPT und Co. nutzen, sind wir wie im Tunnel. Wir vergessen, dass wir kein Gegenüber haben, sondern Maschinen. Und wir vergessen uns selbst. Der Philosoph Nicolas Dierks erklärt im Interview, dass wir KI selbstbestimmt nutzen und gleichzeitig die Begrenztheit sehen sollten: „Menschen sind in unserem Leben unersetzlich.“
Cover Buyx Leben und Sterben

Hilfe für den Ernstfall

Ein informatives Buch rund um die Vorsorge Die Medizinethikerin Alena Buyx greift in ihrem Buch schwierige Themen auf, die jeden betreffen: schwere Krankheiten, Sterben und wie man sich gut vorbereiten kann. Sie informiert umfassend, führt berührende Fallbeispiele an und regt an, selbst nachzudenken. Ihre besonnene, kluge Art hilft, sich auf das Unvermeidliche einzulassen.
Alena Buyx, Foto: Jan Michalko/re:publica

KI und Psychotherapie

Vortrag von Prof. Alena Buyx Kaum ein medizinisches Gebiet wird so stark von Künstlicher Intelligenz verändert wie die Psychotherapie. Denn ChatGPT und Co. simulieren Sprache, und Sprache ist das Hauptwerkzeug von Therapeuten. Besondere Verantwortung und Regulierung sei notwendig, so Buyx.
Valeri Eidlin/ Shutterstock

Gewalt gibt es überall

Wenn man anderen den eigenen Willen aufzwingt Was ist Gewalt? Gewalt bedeutet, anderen den eigenen Willen aufzuzwingen, mit dem Einsatz physischer oder psychischer Kraft. Das geschieht nicht nur in der großen Politik, sondern auch im Alltag. Doch wir könnten auch anders: die Bedürfnisse anderer respektieren und unterschiedliche Vorstellungen sachlich klären.